Schlussakkord der „Sinfonie in Grün“

Abschluss_Pressekonferenz_LGS2011_hp

Die OÖ. Landesgartenschau 2011 zieht eine erfolgreiche Bilanz

Nach 171 Tagen Gartengenuss und mehr als 600 Einzelveranstaltungen endet die OÖ Landesgartenschau wie sie begonnen hat: bei herrlichem Wetter und mit strahlenden Gesichtern. In den vergangenen sechs Monaten haben ca. 272.000 Gäste die Vielfalt, Kreativität und das Können der heimischen Gärtner, Floristen und Landschaftsgestalter erlebt und das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm genossen.

"Es ist mit der Landesgartenschau Ansfelden gelungen, höchste Qualität zu bieten und dadurch die Gartenschau als starke und erfolgreiche Marke für Oberösterreich zu positionieren", sagt  Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Die zahlreichen Besucher aus allen österreichischen Bundesländern und aus Bayern zeigen, dass die oberösterreichische Landesgartenschau auch im überregionalen und internationalen Vergleich mithalten kann. Sowohl die gebotenen Hallenschauen als auch die Verknüpfung von Musik und Gartenkunst wurden vom Publikum, weit über die Grenzen des Landes hinaus, honoriert.

OÖ. Landesgartenschau als starke Marke

Das Konzept der OÖ. Landesgartenschauen hat sich zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt. Langfristige Nutzungskonzepte im Sinne einer Nachhaltigkeit des investierten Geldes sind der Grundauftrag an jede Landesgartenschau. Darauf hat Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bei der Neuausrichtung der Landesgartenschauen Wert gelegt. So müssen wesentliche Teile der Einrichtungen einer OÖ. Landesgartenschau für mindestens 5 Jahre für die Besucher erhalten bleiben und zugänglich sein.

Das Garteln und der Garten zählen zu den wichtigsten Freizeitbeschäftigungen der Österreicher. Gartenfreunde sind über die Grenzen hinaus mobil und stets an neuen Themen interessiert. "Die OÖ. Landesgartenschau in Ansfelden / Ritzlhof unter dem Motto "Sinfonie in Grün" ist ein weiteres Aushängeschild für Oberösterreich geworden", betont der für die OÖ. Landesgartenschauen zuständige Landesrat Max Hiegelsberger die Bedeutung der Großveranstaltung für die Region. Sowohl für die Wirtschaft als auch für den Tourismus konnte ein beachtlicher Impuls erreicht werden, der große nachhaltige Wirkungen erwarten lässt. Gleichzeitig konnten die heimischen Gärtnerbetriebe ihre Stärken zeigen und alle Gäste mit neuen und kreativen Ideen inspirieren.

Gartenschau als Zentrum für Natur und Kultur

Darüber hinaus erfüllte die Gartenschau in Ansfelden eine wichtige Funktion für die Kultur unseres Landes. Zahlreichen Künstlern aus der Region – insbesondere aber sehr vielen jungen MusikerInnen – wurde ein Podium geboten, auf dem sie ihr Können und ihre Künste einer breiten Öffentlichkeit zeigen konnten. Dadurch ist es gelungen  – ganz nach dem Motto der Gartenschau „Sinfonie in Grün“ – die Gartenschau zum Klingen zu bringen. Somit war diese Gartenschau eine, wo nicht nur Farbe und Form, sondern auch Musik und Klang im Mittelpunkt standen.

Positiver Effekt für die Regionalentwicklung

Großveranstaltungen, die sich wie die Landesgartenschau über mehrere Monate erstrecken, bedeuten nicht nur für den Tourismus der Region eine große Chance, sondern auch für die Regionalentwicklung. „Regionale Produkte wie z.B. der Hofsaft können auf Gartenschauen kennen gelernt werden. Die Ansfeldner Genussbox wurde aus Anlass der Gartenschau zusammengestellt und war ein attraktives Geschenk“, erläutert Genussland - Landesrat Max Hiegelsberger.

Im Fall von Ansfelden ergab sich durch die Initiative der Hofgärten aus Anlass der Landesgartenschau ein Begleitprojekt, das auch in den kommenden Jahren zur touristischen Wertschöpfung im Bezirk Linz-Land beitragen soll.

Schließlich hat der Regionalentwicklungsverband Eferding die Chance genutzt, sich auf der Gartenschau als „Gemüsebezirk“ in den Köpfen der Besucher zu verankern. Das Labor „Gemüse und Genuss“ bot nicht nur insgesamt 173 verschiedene Gemüse- und Kräuterarten, sondern jedes Wochenende wurden auch viele Köstlichkeiten in der Freiluftküche frisch zubereitet.

Nachhaltig und vorbildhaft

Die Landesgartenschau 2011 in Ansfelden zeigte aber nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Tourismus und die Kultur des Landes, sondern auch tiefe nachhaltige Wirkung für die Stadt Ansfelden. So entstanden durch die Gartenschau viele Verbesserungen im öffentlichen Raum, die auch nach der Gartenschau erhalten bleiben. Angefangen von der Verlegung der B 139, über den Neubau des Kremsparks bis hin zur Revitalisierung der Krems. Letztere verbessert aber auch den Hochwasserschutz und zeichnet sich durch eine sorgsame Gestaltung eines wichtigen Lebensbereiches im Stadtumland aus.

Der Erfolg der Gartenschau Ansfelden zeigt sich auch daran, dass Delegationen von deutschen Städten, die in Zukunft Gartenschauen planen (z.B. Oelsnitz in Sachsen 2015), sich Anregungen in Ansfelden holten und von dem hier Geleisteten begeistert waren. Der rege Austausch mit anderen Gartenschauen sichert die Qualität der zukünftigen Gartenschauen. „Das oberösterreichische Modell der Gartenschauen  kann sich jedenfalls international auch sehen lassen“, meint Karl Ploberger als Vorsitzender des Fachbeirats für die OÖ. Landesgartenschauen.

OÖ. Landesgartenschau 2015:

„des Kaisers neue Gärten“ in Bad Ischl

Die OÖ. Landesgartenschauen sind prinzipiell im Zwei – Jahres-Rhythmus – abwechselnd mit Landesausstellungen – konzipiert. Die nächste OÖ. Landesgartenschau findet aber erst im Jahr 2015 im Kur- und Tourismusort Bad Ischl statt. Unter dem Titel "des Kaisers neue Gärten" wird auf ca. 20 Hektar eine Gartenschau mit den Teilbereichen Kaiserpark, Kurpark, Esplanade, Lénnepark und Stadtrunde konzipiert.

Es ist geplant, für den Zeitraum 2016 – 2025 weitere fünf Landesgartenschauen auszuschreiben. Die Ausschreibung wird im Herbst stattfinden, die Details werden im November vorgestellt.

Nachhaltige Auswirkungen auf Ansfelden

Der Ansfeldener Bürgermeister Manfred Baumberger betont, dass die Gartenschau auch die Stadtstruktur nachhaltig verändert hat. Es wurden zahlreiche bauliche Maßnahmen getätigt, von denen die gesamte Bevölkerung und insbesondere die Schülerinnen und Schüler der Schulen in Ritzlhof langfristig und nachhaltig profitieren. So war etwa die Verlegung der Bundesstraße 139 für viele die am deutlichsten sichtbare Veränderung durch die Gartenschau.  Wo früher tausende PKWs und LKWs das Bild dominierten, entstand durch die Gartenschau zwischen den Schulgebäuden der Schulen der grünen Berufe ein Festplatz und weiter nach Süden führend der Kremstalboulevard. Weiters wurden Spiel- und Sportmöglichkeiten für Kinder und für Jugendliche geschaffen. Die Revitalisierung der Krems schließlich war ein multifunktionales Projekt, das erhöhten Hochwasserschutz, ökologische Strukturverbesserungen und nutzbaren Erholungsraum für die Bevölkerung bringt. Und wie die Gartenschau gezeigt hat, wird dieser Bereich Krems von der Bevölkerung bereits bestens angenommen.

Baumberger betont, dass eine Landesgartenschau eine „wichtige und sinnvolle  Investition für eine Region“ sei.

Erfolgsfaktor Nummer 1 der Landesgartenschau 2011:

Unverwechselbarkeit und Ortsbezug

Dr. Christoph Hauser, Geschäftsführer der OÖ Landesgartenschau 2011, wollte mit der Gartenschau Ansfelden als Geburtsort von Anton Bruckner vermitteln und den Schulstandort Ritzlhof in einer „jugendlichen“ Gartenschau voll integrieren. Nie wieder wird eine Gartenschau in Oberösterreich gärtnerische Ausbildung und gärtnerische Leistungsschau an einem Ort verbinden können. Symbolhafte Orte dieses Konzepts waren der Klangvulkan mit seinem intensiven Hörerlebnis und dem fantastischen Ausblick und die Gartenwerkstatt, wo Schülerinnen und Schülern beim Unterricht über die Schultern geschaut werden konnte oder Kinder selber handwerklich tätig werden konnten. Die Aufführung der 4. Sinfonie von Anton Bruckner mit dem Orchester der Bruckneruniversität Linz ist ein Beispiel wie mit der Bündelung der regionalen Kräfte hervorragende Leistungen entstehen können. Damit ist es gelungen, nicht nur das klassische Gartenschaupublikum anzusprechen, sondern auch Besucher zu gewinnen, die die musikalischen Angebote in diesem einzigartigen Ambiente genossen.

„Ein Programm mit mehr als 600 Veranstaltungen ist nur durch ein besonderes Engagement aller Beteiligten in dieser Qualität machbar. Dafür möchte ich mich bei allen Aktiven sehr herzlich bedanken.“ Hauser betont die Identifikation der Schulen am Standort Ritzlhof mit „ihrer“ Gartenschau und verweist auf einige Veranstaltungs-Highlights des „größten Sommerfestes“ Österreichs, die von den Schulen getragen wurden: Ritzlhofer Blumenfest, Sinfonie der Liebe, Florale Rhythmen, Einweihung Bibelgarten und die Reihe „Gartenpraxis hautnah“. Als Verantwortlicher für die Durchführung der Gartenschau bedankt sich Christoph Hauser recht herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie bei den Hauptsponsoren (Sparkasse Oberösterreich, Wiener Städtische Versicherung, Energie AG, Haid Center und Bella Flora) für die sehr gute Zusammenarbeit und Unterstützung sowie für die gute, nachbarschaftliche Zusammenarbeit bei der Firma Smurfit Kappa Nettingsdorfer.

Tagesgäste beleben den Ausflugstourismus

Die durchschnittlich 1.500 Gartenschau-Besucher pro Tag belebten außerdem den Ausflugstourismus in Ansfelden selbst und in der Umgebung. „Zu einem Tag in der Landesgartenschau gehört mehr als nur der reine Besuch am Gelände. Zum Eintritt kommen noch Einkäufe und eventuell Besuche bei anderen Freizeitattraktionen dazu“, weiß Hauser um die mehrfache Rentabilität der Gartenschau. Vor allem die Gastronomie und Freizeitanbieter werden so zu Profiteuren der Landesgartenschau.

Besonders wichtig war in diesem Zusammenhang, die Nähe zu Linz und St. Florian als beliebte Ziele des Städte- und Kulturtourismus zu nutzen. Mit Unterstützung des Tourismusverband Linz konnte die Landesgartenschau gezielt bei Städtetouristen beworben werden, wobei insbesondere ein Schwerpunkt in der Bewerbung auf den bayrischen Raum gelegt wurde. Gemeinsam wurde ein Themenschwerpunkt Linz Natur erarbeitet und vermarktet, mit der Linz Naturcard 2011 wurde ein eigenes Produkt geschaffen, das neben der Landesgartenschau unter anderem auch den Besuch des Höhenrausch.2 beinhaltete.

Der Themenschwerpunkt Linz-Natur hat gezeigt: Die Bündelung der Kräfte der unterschiedlichsten Institutionen im Tourismus- und Kulturbereich in Linz bietet Synergien und führt zu einer Stärkung des Standortes „Linz und Umgebung“ als Tourismusdestination. Dazu hat die Landesgartenschau Ansfelden 2011 einen wichtigen Beitrag geleistet.